Ein Schiefhals beim Kind kann vielfältige Ursachen haben. Neben Störungen durch Augen und Ohren können Entzündungen an der Halswirbelsäule und muskuläre Ursachen, selten auch neurologische Erkrankungen eine Rolle spielen. Tritt ein Schiefhals direkt nach der Geburt auf, sollte dieser von einem Kinderorthopäden begutachtet werden. Der sogenannte muskuläre Schiefhals (Torticollis muscularis) tritt vermutlich durch eine Einblutung während der Geburt mit nachfolgendem Überdruck in einem Halsmuskel auf. Bei diesem so genannten Kompartment-Syndrom kommt es zu einer dauerhaften Veränderung der Muskelstruktur mit Narbenbildung.
Wissenswertes über
Kinder- und Jugendorthopädie
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Orthopädische Erkrankungen und Verletzungen im Kindes- und Jugendalter folgen ganz anderen Regeln als im Erwachsenenalter. So ist es nur konsequent, dass es Spezialisten für Kinder- und Jugendorthopädie gibt. Erworbene oder angeborene Fehlbildungen, Verletzungen und Ihre Folgen, aber auch die Prävention späterer Schäden am Bewegungsapparat – dies alles umfasst die Kinder- und Jugendorthopädie. Um das außerordentlich vielfältige Fachgebiet sicher zu beherrschen, braucht es viel Erfahrung. Erfahrung, die Prof. Dr. med. Sébastien Hagmann als langjähriger Leiter einer der größten Kinderorthopädien Deutschlands im Deutschen Gelenkzentrum einbringt.
Krankheitsbilder
in der Kinder- und Jugendorthopädie
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Mehr zu Innenrotationsgang
Der Innenrotationsgang ist eine häufige Abweichung des Gangbildes. In den meisten Fällen besitzt er keinen Krankheitswert. Die Innendrehung kann am Oberschenkel, Unterschenkel oder Fuß auftreten.
Im Kleinkindesalter weist der Oberschenkelknochen noch eine stärkere Drehung nach innen auf als beim Erwachsenen, sodass beim Laufbeginn häufig die Kniescheiben und Füße nach innen zeigen. Bis zum 10. Lebensjahr normalisiert sich mit zunehmendem Wachstum die Drehung der Oberschenkel und somit auch das Gangbild. -
Mehr zum Morbus Perthes
Der Morbus Perthes ist eine der häufigsten Erkrankungen der Hüfte im Kindesalter und betrifft vorwiegend Kinder im Alter von 4-8 Jahren, wobei Jungen etwa fünf Mal häufiger betroffen sind als Mädchen. Die Erkrankung tritt meist einseitig auf, kann jedoch in ca. 12% der Betroffenen auch beidseits auftreten. Typischerweise durchläuft der Hüftkopf verschiedene Stadien, meistens über einen Zeitraum von 2-5 Jahren.
Die Erkrankung beginnt mit einem Absterben des Knochens, am ehesten bedingt durch eine Minderdurchblutung (avaskuläre Nekrose). Betroffene Kinder fallen zunächst mit ein- oder beidseitigen Hüft- und/oder Knieschmerzen auf, wobei die Erkrankung im Anfangsstadium im Röntgen zunächst nicht erfasst werden kann. -
Mehr zu X-Beinen und O-Beinen
Natürlicherweise entwickeln sich die Beinachsen beim Kind vom O-Bein bei Geburt, zum X-Bein in der Kindheit. In aller Regel bildet sich das X-Bein dann vor oder in der Pubertät zurück.
Starke Veränderungen der Beinachsen können Beschwerden auslösen, zu späteren Beschwerden führen, und sollten insbesondere im Wachstumsalter kinderorthopädisch eingeschätzt werden. -
Mehr zur Hüftdysplasie, Hüftluxation und Neurogene Hüftdezentrierung
Die angeborene Hüftdysplasie entsteht durch eine Reifungsstörung des Hüftgelenkes bereits im Mutterleib. In einigen Fällen wird sie daher auch schon im vorgeburtlichen Ultraschall erkannt. Die Häufigkeit der Dysplasie ist zwischen Ländern sehr unterschiedlich und wird in Mitteleuropa mit ungefähr 2-4% angegeben. Damit stellt somit die häufigste orthopädische Erkrankung im Neugeborenenalter dar. Durch eine Fehlanlage der Hüftpfanne kann sich der Hüftkopf aus dieser entfernen, sich damit die Überdachung des Kopfes verschlechtern, und im Extremfall resultiert eine Luxation (Auskugeln des Hüftkopfes aus der Gelenkspfanne) Hüftgelenksluxationen kommen in etwa 0,5–1% vor. Neben der angeborenen Hüftdysplasie gibt es auch andere Erkankungen, die durch einen anderen Mechanismus zur Verschlechterung der Überdachung des Hüftkopfes, sowie im Extremfall zur Luxation führen können. Dies sind entweder neurologische Erkrankungen (infantile Cerebralparese, Myelomeningocele) oder Erkrankungen, die das Bindegewebe betreffen (z.B. auch beim Down-Syndrom).
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Mehr zur Beinlängendifferenz
Beinlängendifferenzen sind Unterschiede in der Länge beider Beine. Abzugrenzen sind echte Beinlängendifferenzen von einem Beckenschiefstand anderer Ursache, z.B. bei Hüftdysplasie oder Skoliose, sowie funktionelle Beinlängendifferenzen durch Bewegungseinschränkungen einer Seite. Eine Beinlängendifferenz kann angeboren sein oder im Verlauf des Wachstums auftreten. Die Ursachen umfassen Verletzungen der Wachstumsfugen, Infektionen, Knochenbrüche, Lähmungen oder Fußdeformitäten (z.B. ein Klumpfuß). Auch Erkrankungen des Hüftgelenks sowie Verkrümmungen der Wirbelsäule können einen Beckenschiefstand verursachen.
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Mehr zum Klumpfuß
Der Klumpfuß stellt bei Neugeborenen die häufigste Fehlbildung der Knochen und Gelenke dar. Es handelt sich hierbei um eine 3-dimensionale Fehlform des Fußes, welche alle Abschnitte des Fußes betrifft. Ursache ist eine Fehldrehung der einzelnen Fußknochen zueinander. Es kommt zur Innendrehung der Ferse, die Fußsohlen zeigen nach innen bzw. zueinander, der Vorfuß wird nach einwärts gehalten, es besteht eine Hohlfußkomponente sowie eine Spitzfußstellung. Neben den knöchernen Veränderungen, sind aber auch alle anderen Gewebearten betroffen, sodass es u.a. zu einer Verkürzung von Sehnen und Bändern kommt. Die Unterschenkelmuskulatur ist weniger entwickelt als normal, was sich als schmächtigere Wade darstellt. Die Veränderungen betreffen oft die gesamte untere Extremität, was mit einer Verkürzung und Verschmächtigung des Fußes und Beines einhergeht.
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Mehr zum Knickfuß, Knick-Senkfuß und Plattfuß
Knickfüße und ihre Maximalvariante, die Plattfüße, sind häufige Befunde am Fuß. Der Knickfuß stellt eine übermäßige valgische (X-) Ausrichtung der Ferse dar. Der Senkfuß beschreibt das herabgesetzte Fußlängsgewölbe, welches beim Plattfuß vollständig aufgehoben ist.
Der DGZ Experte
für Kinder- und Jugendorthopädie
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Prof. Dr. med.
Sébastien HagmannMehr über Prof. HagmannFacharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Kinderorthopädie
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