Arthrose Info Kniegelenk

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

herzlich willkommen auf meiner Informations-Seite über Kniearthrose und Knieendoprothetik!

Zuerst möchte ich als Kniespezialist gerne die am häufigsten gestellten Fragen meiner Patienten beantworten und Ihnen danach einen ersten Einblick in die Behandlungsmöglichkeiten bei Gonarthrose geben.

Durch meine Begeisterung für Sport, Biomechanik und Technik sowie das eigene Gesundheitsbewusstsein entschied ich mich vor vielen Jahren Medizin zu studieren und Orthopäde zu werden und habe es bisher nicht bereut. Es bereitet mir besondere Freude, die Mobilität, Funktion und Schmerzfreiheit des Bewegungsapparates wiederherzustellen und meine Patienten optimal zu versorgen.

Dabei ist es mir sehr wichtig, Sie individuell, fachkompetent, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sowie in einer guten und freundlichen Atmosphäre zu behandeln.

Haben Sie Fragen? Ich freue mich sehr von Ihnen zu hören!

Prof. Dr. med. Rudi Georg Bitsch
Arzt, Orthopäde & Unfallchirurg

DEUTSCHES GELENKZENTRUM in der ATOS Klinik Heidelberg
Bismarckstr. 9-15, 69115 Heidelberg

Tel.: 06221 983-180
Fax: 06221 983-189
gelenkzentrum@atos.de

Schemabild einer implantierten Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese (Attune® Knieprothesensystem) mit projizierten Ausrichtungslinien

Häufig gestellte Fragen meiner Patienten

Wo treten Knieschmerzen auf? Was ist eine Baker Zyste?

Der klassische Arthroseschmerz des Kniegelenks tritt im Kniegelenk selbst auf und kann auf der Innenseite, der Außenseite, hinter der Kniescheibe, in der Kniekehle lokalisiert sein oder generalisiert im ganzen Kniegelenk vorkommen. Der Arthroseschmerz des Kniegelenks hat normalerweise nichts mit plötzlich von außen auf das Kniegelenk einwirkenden Kräften zu tun, ist mit der Zeit langsam zunehmend und bewegungs- und belastungsabhängig. Weiterhin gehen diese Knieschmerzen oft einher mit Entzündungen, Schwellungszuständen und Gelenkergüssen und können aufgrund des lange andauernden (chronischen) Verlaufs zur Ausbildung von Ausstülpungen der Gelenkkapsel in der Kniekehle (Baker Zyste, Poplitealzyste) führen.

Bitte verwechseln Sie diese chronischen langsam voranschreitenden Kniegelenkschmerzen, die vor allem bei weiten Gelenkbewegungen, längeren Belastungen, in Ruhe oder aus der Ruhe heraus beim Bewegungsbeginn auftreten nicht mit den Schmerzen nach einer Verletzung des Kniegelenks, die durch eine Verdrehung, ein Umknicken, eine Überdehnung oder Gewalteinwirkung von außen im Sinne eines Unfalls ausgelöst werden. Im Zweifel hilft eine ärztliche Untersuchung bei der Unterscheidung.

Große Baker Zyste im inneren (medialen) Anteil der Kniekehle über dem medialen Gastroknemiuskopf

Wo befinden sich die Menisken und die Kniebänder?

Der Innenmeniskus (Meniscus medialis), der Außenmeniskus (Meniscus lateralis), die Seitenbänder bestehend aus dem Innenband (Ligamentum collaterale tibiale) und dem Außenband (Ligamentum collaterale fibulare) sowie das vordere (Ligamentum cruciatum anterius) und hintere Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius) befinden sich zwischen den Gelenkfortsätzen des unteren Oberschenkelknochens (Femurkondylen) und den oberen Anteilen der zwei Unterschenkelknochen, dem Schienbeinkopf (Tibiaplateau) und Wadenbeinköpfchen (Caput fibulae).

Die Menisken liegen dabei wie Unterlegscheiben im Gelenk und vergrößern die Auflagefläche zwischen den Gelenkpartnern, Femurkondylen und Tibiaplateau.

Die Seitenbänder, Ligamentum collaterale tibiale und fibulare liegen innen und außen über der seitlichen Gelenkkapsel, stabilisieren das Gelenk gegen seitlich einwirkende Kräfte und verhindern eine Abknickung des Kniegelenks in X- (valgus) oder O-Beinrichtung (varus).

Die Kreuzbänder, Ligamentum cruciatum anterius und posterius befinden sich von vorne gesehen in der Gelenkmitte des Kniegelenks (Eminentia intercondylaris, Fossa intercondylaris, Notch), hinter der Kniescheibe (Patella) und verhindern sogenannte Schubladenbewegungen des Oberschenkels (Femurkondylen) gegen den Unterschenkel (Tibiaplateau) nach vorne und hinten.

Anatomische Abbildung (Thieme Prometheus) des gebeugten Kniegelenkes von vorne (ventral) ohne Kniescheibe (Patella) mit direktem Blick auf die Kreuz- und Seitenbänder sowie Menisken

Welche Symptome hat man bei einer Meniskusverletzung?

Die Menisken werden in der Regel bei gewaltvollen Drehbewegungen des Kniegelenkes in Beugestellung verletzt. Man unterscheidet dabei traumatische Risse, die meistens bei energiereichen Sportverletzungen junger Patienten vorkommen von Rissen bei Alltagsbelastungen auf der Basis degenerativ vorgeschädigten Gewebes bei älteren Patienten. Weiterhin ist der weniger bewegliche Innenmeniskus in seinem hinteren Drittel besonders häufig betroffen.

Meistens spürt man einen plötzlich einschießenden Schmerz im Kniegelenk, das Kniegelenk schwillt an und ist nicht mehr frei beweglich. Das Kniegelenk kann auch blockieren, wenn sich ein Teil des Meniskus zwischen Femurkondylus und Tibiaplateau einklemmt. In der Folge treten die Schmerzen häufig beim Strecken des Kniegelenkes auf und können auf der betroffenen Innen- oder Außenseite bei Beugung nach hinten (dorsal) wandern.

MRT Bild mit seitlichem Blick auf einen Innenmeniskusriss im Hinterhorn

Wann wurde das erste Mal ein künstliches Kniegelenk eingesetzt?

Im Jahr 1890 implantierte der Chefarzt des Kaiser und Kaiserin-Friedrich-Krankenhauses in Berlin Wedding, Themistocles Gluck eine Kniegelenksendoprothese aus Elfenbein mit Hilfe von Kolophonium und Gips zur Tuberkulosebehandlung. Aus heutiger Sicht musste es zwangsläufig zur infektiösen, durch Krankheitserreger verursachten (septischen) Frühlockerung kommen.

Robert und Jean Judet implantierten 1947 Hüft- und Knieprothesen aus Kunststoff. Die erste längerfristig funktionierende Knie-Totalendoprothese aus rostfreiem Stahl geht auf den Schweden Börje Wallidus und das Jahr 1957 zurück.

Themistocles Gluck (*30. November 1853 in Jassy, Fürstentum Moldau; † 25. April 1942 in Berlin)

Wie gefährlich ist eine Knieprothesenoperation?

Die Risiken bei endoprothetischen Operationen sind insgesamt gering und liegen im unteren Prozentbereich – zu diesen gehören jedoch: Infektionen, Thrombose und Embolie, Nervenschäden, Nachblutungen, Beinachsenunterschiede, Bandinstabilitäten, Bewegungseinschränkungen und der Fehllauf oder das Ausrenken der Kniescheibe (Patella), Knochenbrüche, Verkalkungen der Weichteile, eine Progression der Arthrose (in nicht versorgten Gelenkanteilen), eine Persistenz der Beschwerden und in sehr seltenen Fällen Unverträglichkeitsreaktionen im Gewebe.

Eine Reihe von Faktoren beeinflusst den Behandlungserfolg von Gelenkersatzoperationen. Dazu gehören Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Arthrosegrad, Funktionsstatus und Begleiterkrankungen. Weiterhin spielen Persönlichkeitsmerkmale und die Erwartungen des Patienten eine Rolle.

Im Jahr 2017 wurden im Deutschen Endoprothesenregister 112.734 Erstimplantationen am Kniegelenk dokumentiert. Im gleichen Zeitraum wurden 12.880 Folgeeingriffe, meist bei Patienten mit schon länger zurückliegenden Prothesenimplantationen, durchgeführt. Die häufigsten Gründe für diese Folgeoperationen waren Implantatlockerungen, Infektionen, Instabilitäten, ein Verschleiß des Polyethylen-Inlays, Bewegungseinschränkungen, ein Voranschreiten der Arthrose (in nicht endoprothetisch versorgten Gelenkanteilen) und Knochenbrüche.

Photographie eines gebrauchten Polyethyleninlays aus einer Knieprothese – bitte beachten Sie die raue Oberfläche, die den Abrieb des ursprünglich glatten Inlays anzeigt

Wie lange dauert eine Knieprothesenoperation?

Die Kniegelenksersatzoperation dauert normalerweise etwas mehr als eine Stunde, wobei nicht die Zeit, sondern eine gute, schonende und individuell auf Sie, Ihre Beinachse und Bandstabilität abgestimmte Operationstechnik entscheidend ist. Die Zeit hängt stark von den Krankheitsmerkmalen ab, so können z.B. bei einem Zustand nach Voroperationen, anatomischen Besonderheiten (starke Achsabweichungen mit Instabilität), sehr steifen Gelenkverhältnissen oder übergewichtigen Patienten längere Operationszeiten resultieren.

Schemabild einer implantierten Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese (Attune® Knieprothesensystem) in Kniebeugung

Was ist das beste Material?

Die zu 88% zementierten Knieprothesen bestehen aus glattem metallischem Stahl (Kobalt-Chrom-Legierung). Es gibt auch die Möglichkeit keramische Oberflächen für die Oberschenkelgleitrolle zu verwenden, diese haben jedoch im Gegensatz zum Hüftgelenk bisher keine beweisbaren Vorteile gezeigt.

Wichtiger als das Material der Prothese selbst sind jedoch das Material und die Beschaffenheit der Gleitfläche (Inlay) zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelkomponente der Knieprothese. Hier stehen als Materialien verschiedene Polyethylene zur Verfügung die kreuzbanderhaltend oder kreuzbandersetzend, mobil oder fixiert, mit mehr oder weniger Gelenkführung eingebaut werden können.

Den Patienten in meiner Sprechstunde rate ich in der Regel zur moderat hochvernetzten abriebfesten Polyethylen-Inlays, die das hintere Kreuzband erhalten und fixiert eingebracht werden.

In meiner Praxis werden nur Prothesen mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen in den großen Prothesenregistern verwendet. Es besteht keine Bindung zu einer der Herstellerfirmen.

LEGION Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese mit VERILAST® Technologie (Oxinium Legierung und hochvernetztem Polyethylen)

Wie lange hält ein neues Kniegelenk?

In den großen Prothesenregistern sind Wechselraten der Knieprothesen von 5-10% nach 15 Jahren Standzeit dokumentiert.

Das bedeutet, dass nach 15 Jahren noch 90-95% der Prothesen im Körper funktionieren.

Zum Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) …

Logo des deutschen Endoprothesenregisters

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt und die Reha nach einer Knieoperation?

Der Krankenhausaufenthalt nach Einsatz eines künstlichen Kniegelenks dauert in der Regel 5 bis 7 Tage. Die Entlassung erfolgt nicht nach festen Fristen, sondern abhängig von bestimmten medizinischen und funktionellen Kriterien. Sind diese erfüllt, sind auf Ihren Wunsch auch frühere Entlassungen möglich. Sehr gerne können Sie bei uns auch länger die Vorzüge unserer hervorragenden Stationspflege, unseres Rehabilitationsteams und der „Rundum-Sorglos-Versorgung“ in der ATOS Klinik in Anspruch nehmen.

In der Regel schließt sich eine dreiwöchige Rehabilitation an, die ambulant oder stationär geplant werden kann. Das Ziel dieser Phase ist es, die durch die Arthrose vor der Operation verursachten Defizite der Muskelkraft und Beweglichkeit wieder aufzutrainieren sowie Schonhaltung und Gangbild zu normalisieren.

Krankengymnastik am Gerät (KGG) in unserer ambulanten Reha-Abteilung im Haus „Reha an der ATOS“

Behandeln Sie nur Privatpatienten?

Das Deutsche Gelenkzentrum in der ATOS Klinik steht allen Patienten offen!

Eine Operation direkt in der ATOS Klinik in Heidelberg ist jedoch aus Gründen der Abrechnung nur für Privatpatienten möglich.

Bei Kassenpatienten besteht die Möglichkeit, die Operation in einem anderen städtischen Krankenhaus von mir durchführen zu lassen. Die medizinische und pflegerische Versorgung entspricht in jedem Fall dem Standard eines zertifizierten Endoprothesen-Zentrums mit Behandlungsrichtlinien auf dem neuesten Stand.

In diesem Fall müssten Sie lediglich die einmalige Untersuchung und Vorbereitung der Operation hier in unserer Praxis als Selbstzahler tragen (je nach Umfang der Röntgendiagnostik zwischen 60-120 Euro).

Weitere Einzelheiten klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch.

Digitales seitliches Planungsbild einer Knieprothesenimplantation zur Größenplanung und unter Rekonstruktion der Rückneigung des Tibiaplateaus (Slope)

Professor Bitsch erklärt die Kniearthrose

Anatomie des Kniegelenks:

Das Kniegelenk (Articulatio genus) ist das größte menschliche Gelenk, es ist komplex aufgebaut und besteht aus zwei Gelenkanteilen.

Wie ist das Kniegelenk aufgebaut? Was ist die Funktion?

Im Hauptgelenk verbindet es den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbeinkopf (Tibiaplateau). Im Nebengelenk lässt es Bewegungen zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Kniescheibe (Patella) zu.

Biomechanisch wird es auch als transportables Drehscharniergelenk bezeichnet. Das bedeutet, dass sich die Bewegung des Knies aus einer individuellen bandgeführten Roll-, Gleit- und Drehbewegung zusammensetzt. Dabei wird der innere mediale Gelenkfortsatz (Condylus medialis) neben den Kreuzbändern (Lig. cruciatum anterius und posterius) vom breitflächigen Innenband (Lig. collaterale tibiale) gehalten und fixiert, während der äußere Gelenkfortsatz (Condylus lateralis) vom mobilen – weder mit der Gelenkkapsel noch mit dem Meniskus verwachsenen – Außenband geführt wird und bei der Kniebeugung auf dem Schienbeinkopf nach hinten (dorsal) rollen und gleiten kann.

Die Animation zeigt die komplexe Rollgleitbewegung der Oberschenkelrollen (Femurkondylen) auf dem Plateau des Schienbeinkopfes (Tibiaplateau) von der Seite aus gesehen.

Neben diesen Strukturen besitzt das Kniegelenk einen dicken Knorpelüberzug, die Menisken (Meniscus medialis und lateralis), teilweise mit dem Gelenk verbundene Schleimbeutel (Bursae) und weitere Bänder (Retinaculum patellae, Lig. popliteum, Lig. transversum genus, Lig. meniscofemorale, etc.). Wo befinden sich die Menisken und die Kniebänder?

Welche Muskeln bewegen das Kniegelenk?

Das Knie wird von einer Vielzahl an Muskeln bewegt, die häufig zweigelenkig auch auf das Hüft- oder Sprunggelenk wirken. Man unterscheidet Strecker (Extensoren), Beuger (Flexoren) und Rotatoren um die Unterschenkelachse. Diese Rotation ist nur bei gebeugtem Kniegelenk und entspannten Bändern möglich.

Für die Streckung ist fast ausschließlich der große Oberschenkel-Streckmuskel (M. quadriceps femoris) verantwortlich mit seinen vier Anteilen: M. rectus femoris, M. vastus medialis, M. vastus lateralis, M. vastus intermedius. Dieser ist auch besonders wichtig für die Stabilität des Kniegelenkes. Er übertrifft in seiner Kraftentwicklung alle Beugemuskeln. Bei einer Lähmung des M. quadriceps femoris ist ein Aufstehen aus dem Sitzen nicht ohne Hilfe möglich. Das Stehen funktioniert nur dann, wenn die Gewichtskraft des Körpers vor der Kniebeugeachse mit Überstreckung des Knies wirkt.

Weiterhin hat der Verlauf der Zugrichtung dieses Muskels Streckmuskel (M. quadriceps femoris) einen entscheidenden Einfluss auf die Gleitrichtung und den Anpressdruck der Kniescheibe (Patella) über der Gleitrinne (Trochlea) des Oberschenkelknochens (Femur).

Den Winkel zwischen einer ersten Linie (grün), die die Spina iliaca anterior superior und das Kniescheibenzentrum verbindet und einer zweiten Linie (rot), die das Kniescheibenzentrum und die Schienbeinrauigkeit (Tuberositas tibiae) verbindet, nennt man Quadrizepswinkel (Q-Winkel)

Schema der kniegelenksumspannenden Muskulatur von vorne
Schematisierte Abbildung des arthrotisch veränderten Kniegelenkes im fortgeschrittenen Stadium ohne umgebende Weichteile

Ursachen, Verlauf, Risikofaktoren und typische Beschwerden (Symptome) der Kniegelenk-Arthrose

Die Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung und betrifft ab dem 7. Lebensjahrzehnt ca. 80% der Bevölkerung. Nur 20-30% der Betroffenen haben jedoch auch Beschwerden und hierunter sind das Knie- und Hüftgelenk die am häufigsten betroffenen Körperregionen.

Unter einer Knie-Arthrose versteht man den über das alterstypische Ausmaß hinaus bestehenden Verschleiß (Degeneration) des Knie-Gelenkknorpels (hyaliner Knorpel). Sie kann entweder in allen Gelenkanteilen (Pangonarthrose), nur hinter der Kniescheibe (Retropatellararthrose oft bei Patellafehllauf), nur im inneren (anteromediale Arthrose oft bei varischer Beinachse) oder nur im äußeren Gelenkanteil (laterale Arthrose oft bei valgischer Beinachse) bestehen.

Der Arthrose geht ein Ungleichgewicht zwischen den knorpelaufbauenden bzw. knorpelschützenden und knorpelabbauenden bzw. knorpelschädigenden Faktoren voraus.

Folgende Risikofaktoren für eine Kniegelenksarthrose sind bekannt

  • Genetische Disposition (angeborene Schwäche des Gelenkknorpels bei primärer Arthrose)
  • Alter
  • Geschlecht
  • Überlastung (z. B. durch Übergewicht, Leistungssport, schwere körperliche Arbeit)
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Hyperurikämie, Hämochromatose)
  • Knochenerkrankungen (z. B. aseptische Knochennekrose, M. Ahlbäck, Osteochondrosis dissecans)
  • Erkrankungen der Gelenkschleimhaut (z.B. Chondromatose, PVNS)
  • Verletzungen (Traumata z. B. fehlverheilte Brüche, Brüche mit Gelenkbeteiligung)
  • Fehlbelastung durch angeborene (z.B. Patellafehlbildungen, Genu recurvatum, Scheibenmeniskus) oder erworbene Formstörungen, Fehlstellungen (z.B. freie Gelenkkörper, M. Blount)
  • Infektionen (z.B. bakterielle Gonitis)
  • Entzündliche Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Bluter-Krankheit (Hämophilie)

Fortgeschrittene Arthrose und O-Bein-Abweichung (Varusgonarthrose, mFA-mTA Winkel von 24°)

Vorbeugende Maßnahmen

Die Arthrose, insbesondere der gewichtsbelasteten großen Gelenke, hat einen voranschreitenden (chronisch progredienten) Verlauf, dessen Geschwindigkeit Sie jedoch beeinflussen können!

Präventive Maßnahmen gegen Arthrose

Die Möglichkeiten zur Krankengymnastik am Gerät (KGG) in unserer ambulanten Reha-Abteilung im Haus „Reha an der ATOS“

Schweregrade einer Arthrose

Man unterscheidet deshalb verschiedene Schweregrade, die auch entscheidend sind für die Therapieempfehlungen.

Schweregrade der Arthrose

In den fortgeschrittenen Arthrose-Stadien sind alle Gelenkstrukturen und auch umgebendes Gewebe beteiligt, wie die Gelenkinnenhaut (Synovialmembran), die Gelenkflüssigkeit (Synovia), der knorpeltragende Knochen (Sklerose und Zysten des subchondralen Knochens) und angrenzende Knochenanteile (Bildung von osteophytären Randanbauten) sowie das Immunsystem mit Entzündungsprozessen (Entzündungsmediatoren, knorpelabbauende Enzyme). Daraus können sich eine Vielzahl von möglichen Beschwerden entwickeln.

Wie macht sich eine Arthrose bemerkbar

Schematisierte Abbildung des gesunden Kniegelenkes ohne umgebende Weichteile

Schematisierte Abbildung des arthrotisch veränderten Kniegelenkes im fortgeschrittenen Stadium ohne umgebende Weichteile

Schematisierte Abbildung einer Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Kniegelenkstotalendoprothese mit Kniescheibenrückflächenersatz (Patellakomponente) ohne umgebende Weichteile

Gibt es andere Ursachen für Schmerzen in der Knieregion?

Außer der Arthrose gibt es eine Vielzahl anderer Ursachen für Knieschmerzen: Sowohl andere Erkrankungen des Kniegelenks als auch krankhafte Veränderungen in der Umgebung können zu Beschwerden in dieser Körperregion führen.

In der Regel besteht jedoch ein typisches Alter oder eine typische Beschwerdecharakteristik um diese von der Arthrose zu unterscheiden – eine genaue Untersuchung in unserer Praxis kann hier Klarheit bringen. Folgende Auflistung möchte ich Ihnen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – als Übersicht geben:

Andere Knieerkrankungen

  • Meniskusläsionen auf degenerativer oder traumatischer Basis, häufig bei Verletzungen mit Drehbewegung des Kniegelenks
  • Kapsel-Band-Verletzungen (z.B. Kreuzbandriss) nach Sportunfällen mit Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk bei festgestelltem Unterschenkel bzw. Fuß (z.B. Hängenbleiben mit dem Ski)
  • Reizzustände an der Patellasehne (Springerknie, Jumper´s Knee) häufig durch Überbelastung bei Sportlern verursacht mit Schmerzen direkt an der Kniescheibe
  • Plikasyndrom verursacht durch eine mechanisch störende und gereizte Schleimhautfalte im Kniegelenk
  • Chondropathia patellae, Schmerzen hinter der Kniescheibe gehäuft bei jungen Frauen
  • Verletzungen des Streckapparates in der Oberschenkelstrecksehne oder dem Ligamentum patellae, die traumatisch oder spontan auf degenerativer Basis entstehen können
  • Avaskuläre Knochennekrosen treten gehäuft bei Jungen zwischen 10 – 14 Jahren an Kniescheibe (M. Sinding-Larsen-Johansson) oder der Schienbeinrauigkeit (Tuberositas tibiae, M. Osgood-Schlatter) auf
  • Osteochondrosis dissecans, Knochenabsterben (Nekrose) bei Jugendlichen am inneren Oberschenkel-Gelenkfortsatz (medialer Femurkondylus) unter Lösung eines freien Gelenkkörpers (osteochondrales Dissektat, Gelenkmaus)
  • Spontane Osteonekrose Ahlbäck, Absterben des Knochens am inneren Oberschenkel-Gelenkfortsatz (medialer Femurkondylus) im höheren Alter, gehäuft bei Frauen über 60 Jahren
  • Freie Gelenkkörper nach Knorpel- oder Knochen-Knorpel-Verletzungen können zu schmerzhaften Gelenkblockierungen führen
  • Kniekehlenzysten als Aussackung der hinteren Kapselwand des Kniegelenkes (Poplitealzyste, Baker Zyste)
  • Chondromatose mit Bildung von knorpeligen Gelenkkörpern
  • Reaktive Arthritis Mitreaktion eines oder mehrerer Gelenke bei einer bakteriellen Infektion der Harnwege, der Atemwege oder des Darms
  • Psoriasisgonitis, gemeinsames Auftreten einer Knieentzündung mit Psoriasis der Haut oder Nägel
  • Kristallarthropathie bei Gicht (Urat) oder Pseudogicht (Calciumpyrophosphat) durch Ablagerungen im Gelenk
  • Chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), Erkrankung des Immunsystems mit Reaktionen gegen körpereigenes Gewebe (Autoimmunerkrankung) bei der sich mehrere Gelenke dauerhaft entzünden können
  • Kniegelenkempyem, bakterielle Kniegelenkentzündung häufig durch Staphylokokken
  • Tumorerkrankungen z.B. Riesenzelltumor (Osteoklastom)

    MRT Bild mit Blick von vorne auf die demarkierte Knochennekrosezone eines Mb. Ahlbäck an typischer Lokalisation

    MRT Bild mit seitlichem Blick auf die demarkierte Knochennekrosezone eines Mb. Ahlbäck an typischer Lokalisation

Krankhafte Veränderungen umgebender Körperregionen

  • Ausstrahlender Schmerz aus der Hüftregion oder Wirbelsäule
  • Bursitiden, traumatische, chronische oder eitrige Entzündung der Knieschleimbeutel
  • Überbeanspruchte Muskulatur, Muskelerkrankungen z. B. Muskelfaserriss
  • Schienbeinkantensyndrom durch überlastete Schienbein- und Fußmuskulatur (nach Laufen, Fußball, Basketball)
  • Insertionstendopathien / Enthesiopathien, Entzündungen der Verankerung von Sehnen am Knochen z.B. Läuferknie (Traktus Iliotibialis-Syndrom)
  • Störungen des Schienbein-Wadenbein-Gelenks z.B. Instabilität mit Ausrenken nach Verletzung
  • Gefäßerkrankungen z. B. Gefäßverkalkung der Beinschlagader (Arteriosklerose der A. femoralis)
  • Nervenerkrankungen der großen Beinnerven z. B. Schienenbein- (N. tibialis) oder Wadenbeinnerv (N. peroneus communis)
  • Tumorerkrankungen im Kniebereich

MRT- und Röntgenbild einer aneurysmatischen Knochenzyste im kniegelenksnahen Oberschenkelknochen (distalen Femur)

MRT Bild mit seitlichem Blick auf einen Innenmeniskusriss im Hinterhorn
Physiotherapie als Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining gehören zu jeder primären Behandlung der Arthrose

Vorbeugung (Prävention) der Kniearthrose

Hier unterscheidet man drei verschiedene Präventionsstufen:  Die primäre Prävention soll die Entstehung der Erkrankung verhindern. Die sekundäre Prävention dient dazu das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die tertiäre Prävention soll mögliche Folgeschäden vermeiden.

Um das Entstehen der Erkrankung zu vermeiden, eignen sich die unter Präventive Maßnahmen gegen Arthrose aufgeführten Maßnahmen. Beim Kniegelenk sollten eventuelle Verletzungsfolgen (z.B. Kreuzband- oder Meniskusrisse, verletzungsbedingte Knorpeldefekte, Abscherfrakturen von Knorpelfragmenten) und alle Erkrankung die Formstörungen verursachen (z.B. Osteochondrosis dissecans) rechtzeitig behandelt werden. Weiterhin spielen das Körpergewicht und die medizinische Einstellung von systemischen Erkrankungen (Blutzucker, Gicht, Rheuma, Hämophilie etc.) eine wichtige Rolle.

Bei Frühformen der Erkrankung sollten Sie sich zusätzlich von Ihrem Arzt über die unter Arthrose Therapie konservativ und gelenkerhaltenden Operationsverfahren aufgeführten Therapieformen beraten lassen und diese ggf. in Anspruch nehmen.

Bei fortgeschrittenen Erkrankungen bleibt in der Regel nur noch der künstliche Gelenkersatz, um mögliche weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Professor Bitsch erklärt die Behandlung der Kniearthrose

Unsere Untersuchungen bei Verdacht auf Kniearthrose

Die Untersuchungen in unserer Praxis gliedern sich in mehrere Phasen:

Ausführliches Gespräch

Zuerst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über die Krankheitszeichen und Beschwerden, weitere eventuell bestehende Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Allergien, über die Vorgeschichte der Erkrankung, den Verlauf und die bisherige Therapie sowie über möglicherweise bestehende Risikofaktoren.

Ausführliches Anamnesegespräch unter Würdigung aller mitgebrachten Unterlagen

Eingehende Untersuchung

Im Anschluss daran folgt die körperliche Untersuchung. Diese gliedert sich in die Betrachtung (Inspektion), das Abtasten (Palpation), das Überprüfen der Funktion, des Bewegungsausmaßes sowie der Stabilität. Zudem werden einzelne anatomische Strukturen speziellen Provokationstests unterzogen.

Nur eine sorgfältige körperliche Untersuchung führt zur richtigen Diagnose und Behandlungsindikation

Weiterführende Untersuchungen

Im Anschluss folgen weitere apparative Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Sonographie, Röntgenbilder, CT, MRT, EOS, Szintigraphie, Bestimmung der Knochendichte, Gang- und Bewegungsanalyse, etc.) sowie Blutuntersuchungen oder falls notwendig Punktionen des betroffenen Gelenks.

Der offene Magnetresonanztomograph (Open-MRT) der Radiologischen Gemeinschaftspraxis in der ATOS Klinik ist mit einer Feldstärke von 1,0 Tesla für alle Untersuchungen geeignet

Digitale EOS Arbeitsstation zur Erstellung von Ganzkörperaufnahmen mit 3-D-Rekonstruktion und niedriger Strahlendosis

Digitaler Volumentomograph (DVT) SCS MedSeries® für die 3D-Extremitätendiagnostik

Besprechung und Behandlungsempfehlung

Die Ergebnisse werden anschließend im Detail mit Ihnen besprochen, es wird gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Behandlungsempfehlung ausgearbeitet und alle Ihre offenen Fragen geklärt.

Ausführliche Beratung unter Verwendung aktueller Leitlinien und Fachinformationen sowie Broschüren, Prothesenmodellen oder Originalimplantaten
Interferenzstrom-Behandlung als Beispiel für die elektrophysikalischen Therapieformen

Konservative, nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten (Therapie) der beginnenden Kniegelenksarthrose

Bei der konservativen, nicht-operativen Therapie der Kniegelenksarthrose ist zu beachten, dass das Kniegelenk relativ weit an der Köperoberfläche liegt und deshalb von den oberflächlich, von der Haut aus wirkenden, lokalen Behandlungsmöglichkeiten gut erreicht werden kann.

Grundsätzlich bestehen die hier aufgeführten Therapiemöglichkeiten. „Arthrose Therapie konservativ

Operative Therapie der Kniearthrose

Bei einer manifesten und beschwerdehaften Arthrose greife ich auf die Möglichkeiten der operativen Therapie zurück und wende diese in Abhängigkeit vom Erkrankungsstadium an:

Zu den sinnvollen gelenkerhaltenden Operationsverfahren gehören:

  • Arthroskopische Meniskuschirurgie und die Entfernung freier Gelenkkörper im Kniegelenk
  • Osteotomien (valgisierend oder varisierend) bei Achsdeformitäten des Knies

Arthroskopische Meniskuschirurgie und die Entfernung freier Gelenkkörper im Kniegelenk

Zu den sinnvollen gelenkersetzenden Operationsverfahren gehören:

  • Schlitten / unikondyläre Teilprothese bei isolierter innenseitiger (medialer) oder außenseitiger (lateraler) Kniearthrose mit intakten Bandverhältnissen und Aufklappbarkeit
  • Patellofemorale Teilprothese bei isolierter (patellofemoraler) Arthrose hinter der Kniescheibe bei normaler Beinachse, -rotation und normalem Abstand zwischen der Schienbeinrauigkeit und Femurgleitrinne (TT-TG)
  • Oberflächenersatzprothesen mit individueller Stabilisierung bei fortgeschrittener Kniearthrose

Moderne Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese (Attune® Knieprothesensystem) von der Seite aus gesehen mit Kniescheibenrückflächenersatz (Patellakomponente)

Schemabild einer implantierten Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese (Attune® Knieprothesensystem) in Kniebeugung
Tabelle 1 zeigt die Möglichkeiten zur individuellen Stabilisierung des Kniegelenkes mit unterschiedlichen Prothesensystemen

Professor Bitsch erklärt den Kunstgelenkersatz (Endoprothetik) des Knies

Alles über Kunstgelenkersatz und Teilgelenkersatz (Endoprothetik) des Kniegelenkes / Teilprothese des Kniegelenkes / Patellofemorale Knieteilprothese / Retropatellare Knieteilprothese / Schlittenprothese / Unikondyläre Teilprothese / Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes / Knietotalendoprothese / Standardprothese/ Zementierte Knieprothese / Zementfreie Knieprothese

Künstliche Kniegelenke können in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden, je nachdem welche der natürlichen Gelenkfunktionen vom Prothesensystem übernommen werden. Tabelle 1 versucht Ihnen hierzu eine Übersicht zu geben.

Welche Arten des Kniegelenkersatzes gibt es?

Künstliche Kniegelenke können in unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden, je nachdem welche der natürlichen Gelenkfunktionen vom Prothesensystem übernommen werden. Es wird unterschieden, in welchem Ausmaß die Prothese die verschiedenen Bewegungskomponenten zulässt oder durch mechanische Verbindungsemente zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelprothese stabilisierend wirkt und damit Funktionen der Kniebänder übernimmt. Eine Übersicht darüber gibt die Tabelle. Weiterhin können diese Prothesen mit oder ohne Ersatz der Kniescheibenrückfläche implantiert werden.

Je mehr Bandfunktion und damit Stabilisierung von der Prothese übernommen werden muss, umso stabiler muss diese im Knochen verankert werden. Die überwiegende Mehrheit der Knieprothesen wird zementiert im Knochen verankert und es werden längere Prothesenstiele als zusätzliche Verankerungselemente bei höher gekoppelten Knieprothesen verwendet. Prothesen mit mobilen und nahezu querkraftfreien Polyethylen-Inlayn können demgegenüber auch zementfrei ausgeführt werden.

Eine Übersicht gibt die Tabelle 1.

Eine Sonderform bildet die Patellofemorale Knieteilprothese, die nur das Nebengelenk zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Kniescheibe (Patella) ersetzt.

Abbildung und Röntgenbild einer patellofemoralen Knieteilprothese – diese dient der Behandlung der patellofemoralen Arthrose mit Verschleiß des Teils des Kniegelenkknorpels auf dem die Kniescheibe (Patella) gleitet

Von mir favorisiert und wann immer medizinisch möglich, werden Teilprothesen mit mobilem oder flachem Polyethylen-Inlay (Unikondyläre Schlittenprothesen) sowie Kreuzband erhaltende Oberflächenersatzprothesen mit mobilem oder flachem Polyethylen-Inlay implantiert. Diese können bei guter Knochenqualität auch zementfrei ausgeführt werden.

Abbildung und Röntgenbild einer zementierten medialen unikondylären Kniegelenksteilprothese (Oxford III Schlittenprothese®)

Abbildung und Röntgenbild einer modernen Oberflächenersatzprothese des Kniegelenkes, Knietotalendoprothese (Attune® Knieprothesensystem)

Röntgenbild einer Endo-Modell® Rotations-Kniegelenkprothese zur stabilen Prothesenverankerung trotz geschwächter Bandverhältnisse z.B. bei Wechseloperationen

Wie häufig werden Knieprothesenimplantationen in Deutschland durchgeführt?

Im Jahr 2017 wurden im Deutschen Endoprothesenregister 112.734 Erstimplantationen am Kniegelenk dokumentiert. Fast die Hälfte der Patienten, bei denen eine endoprothetische Versorgung am Kniegelenk vorgenommen wurde, ist nach der Definition der WHO als adipös einzustufen und 8,8% der Patienten waren bei der Implantation jünger als 55 Jahre.

Im Jahr 2017 erfolgten 12,2 % der Implantationen am Kniegelenk mit einer einseitigen Schlittenprothese (unikondyläre Kniegelenksteilprothese). Diese Implantate konnten seit 2014 im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) drei Prozentpunkte hinzugewinnen.

Logo des deutschen Endoprothesenregisters

Bei welchen Erkrankungen und Verletzungen erfolgt die Empfehlung zum Kniegelenkersatz?

Die meisten der oben genannten Knieerkrankungen können neben der (primären idiopathischen) Kniearthrose ohne erkennbaren Grund zur Ausbildung einer sekundären Arthrose führen und diese in ihrem Spätstadium zur Notwendigkeit der Implantation eines Kunstgelenkes führen.

Wann ist die Implantation eines künstlichen Kniegelenks sinnvoll und gibt es Alternativen?

Ein künstliches Kniegelenk macht in fortgeschrittenem Arthrose-Stadium Grad III oder IV nach Kellgren und Lawrence „Schweregrade“ der Arthrose Sinn, wenn ein unwiederbringlicher Knorpelverlust besteht und Formveränderungen zu biomechanischen Problemen führen. Weiterhin sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation

Sind alle diese Kriterien erfüllt, so handelt es sich beim künstlichen Kniegelenk um ein sicheres, zuverlässiges und langlebiges Operationsverfahren und in aller Regel gibt es deshalb keine bessere Alternative für Sie.

Einteilung der Arthrose-Schweregrade nach Kellgren und Lawrence von Grad I oben links bis Grad IV unten rechts
Links Schematisches Planungsbild für die Sägeschnitte (Knochenresektion) bei gestrecktem Kniegelenk, so entsteht der Streckspalt (rot) und rechts Schematisches Planungsbild für die Sägeschnitte (Knochenresektion) bei gebeugtem Kniegelenk, so entsteht der Beugespalt (rote Knochenanteile plus Distanz bis zur blauen Linie)

Was sind die wichtigsten Operationsschritte?

Die Implantation eines Kniegelenkes gliedert sich in viele Einzelschritte, die wie folgt zusammengefasst werden können:

Einzelschritte

  • Vorbereitung der Operation und Lagerung des Patienten
  • Hautdesinfektion und chirurgische Abdeckung des Patienten
  • Narkoseuntersuchung der betroffenen Extremität, um die vor der Operation bestehende Bewegungseinschränkungen und ungleiche Bandstabilität noch einmal ohne Gegenspannen des Patienten überprüfen zu können und die geplante Korrektur zu bestätigen
  • Operativer Zugang zum Kniegelenk
  • Eröffnen des Kniegelenkes, Entfernung der überstehenden knöchernen Anbauten (Osteophyten), Resektion der Menisken und des vorderen Kreuzbands
  • Eröffnen des Markraums des Oberschenkelknochens (Femur), Korrektur der Beinachse, Durchführen des körperfernen (distalen) Sägeschnittes am Oberschenkelknochen
  • Anlegen der Unterschenkelsägelehre (Tibia) unter Berücksichtigung der Neigung (Slope) des Schienbeinkopfes und Durchführung des Sägeschnittes am Schienbeinkopf
  • Überprüfung der Beinachse, Bandspannung und Weite der Sägelücke in Beinstreckung (Streckspalt) mit speziellen Instrumenten
  • Umlagerung des Patientenbeins in die Kniebeugung
  • Messen der Größe der Gelenkfortsätze am Oberschenkel und Überprüfung der optimalen Oberschenkel-Prothesengröße
  • Individuelle Ausrichtung der Drehung (Rotation) der Oberschenkel-Prothese unter Berücksichtigung der Bandspannung und des bestehenden Arthrosemusters
  • Durchführung des vorderen (ventralen) und hinteren (dorsalen) Sägeschnittes am Oberschenkel sowie der gewinkelten Abkant-Sägeschnitte
  • Überprüfung der Bandspannung und Weite der Sägelücke in Kniebeugung (Beugespalt) mit speziellen Instrumenten
  • Messen der Größe der Gelenkfortsätze am Unterschenkel und Überprüfung der optimalen Prothesenrotation, Durchführung der Bohrungen für die Verankerungszapfen der Unterschenkel-Prothese
  • Aufstecken von Probeprothesen auf den Knochen und Überprüfung der Beweglichkeit und Stabilität des Kniegelenkes sowie der Gleitbewegung der Kniescheibe
  • Ersatz der Kniescheibenlauffläche bei entsprechender Arthrose und Beschwerden
  • Röntgen-Durchleuchtungskontrolle
  • Einbringen und Zementieren der originalen Implantate am Oberschenkel, Unterschenkel und ggf. der Kniescheibe
  • Spülung des Kniegelenkes und Entfernung von Zementresten
  • Überprüfung der Bandspannung und Stabilität des Kniegelenkes und Festlegung der optimalen Höhe des Polyethylen-Inlays mit einer Probe
  • Fixierung des endgültigen Polyethylen-Inlays aus einem quervernetzten besonders abriebfesten und gleichzeitig schlagzähen Polyethylen
  • Wundverschluss und Anlage eines Verbandes
  • Begleitung des Patienten, Umlagerungen ins Bett und Überprüfung des Befindens im Aufwachraum

 

Welche Operationsmethode wird eingesetzt? Was versteht man unter einer modernen individuellen und bandgeführten Operationstechnik?

Bei der Versorgung des Kniegelenkes mit einer Endoprothese sollte eine Ausrichtung der Prothese gewählt werden, die möglichst genau zu den vor der Arthrose bestehenden anatomischen Verhältnissen passt (korrigiertes präarthrotisches Alignement mit möglichst physiologischer Kinematik).

In Fachkreisen existiert eine kontrovers geführte Debatte darüber, mit welchen Techniken und Implantaten dieses Ziel am zuverlässigsten erreicht werden kann. Dies ist nicht zuletzt dem komplexen Aufbau des Kniegelenkes geschuldet mit individuell unterschiedlicher Gelenk-Geometrie und Bewegungsmustern. Zudem wird es erschwert durch die von der Arthrose verursachten Veränderungen wie z.B. Abweichungen der Beinachse und Bandstabilität.

Es ist deshalb besonders wichtig, jedes Kniegelenk vor der Operation genau zu analysieren, individuell zu korrigieren und möglichst genau und schonend zu operieren. Die bei der Operation notwendigen Korrekturschritte und operativen Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig und haben dreidimensionale Auswirkungen auf die Bewegungskurve des Kniegelenkes. Nur genaue Kenntnisse dieser Zusammenhänge und die für Ihr Kniegelenk optimale Einstellung, unter Berücksichtigung der vor der Operation und ggf. auf der Gegenseite bestehenden Verhältnisse, führt zum vollen Erfolg der Knieprothesen-Implantation.

Ob diese Einstellungen mit einer für jeden Patienten individuell hergestellten Knieprothese, mit speziell für Sie hergestellten Säge-Schnittblöcken, computerunterstützt navigiert oder mit speziellen Instrumenten durchgeführt werden, hat bisher in der wissenschaftlichen Literatur noch keinen sicheren Vorteil und damit Durchbruch einer Methode erbracht.

Ich selbst bevorzuge die so genannte „Gap Balancing Technik“ (Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, June 2017, Volume 25, Issue 6, pp 1712–1719, Femoral rotation in total knee arthroplasty: a comparison of patient individualized jigs with gap balancing in relation to anatomic landmarks) bei der die Sägeschnitte nicht nur nach anatomischen Landmarken sondern zusätzlich unter Berücksichtigung der Bandstabilität und Bewegungskurve des Kniegelenks individuell feinjustiert werden.

Verschiedene Operations-Instrumente zur Einstellung der Rotation der Oberschenkel-Komponente und Festlegung der optimalen Implantat-Position
Die Möglichkeiten zur Krankengymnastik am Gerät (KGG) in unserer ambulanten Reha-Abteilung im Haus „Reha an der ATOS“

Was versteht man unter Programmen für eine optimierte Genesung / Enhanced Recovery / Fast Track Chirurgie / Rapid Recovery / care4today

Die Begriffe rund um die „Fast Track Chirurgie“ (Schnellspur-Chirurgie) gehen auf die dänischen Kollegen Henrik Kehlet und Husted und die 1990er Jahre zurück.

Es handelt sich um ein Maßnahmenpaket im Krankenhaus, das versucht die allgemeinen Komplikationen nach operativen Eingriffen zu minimieren, den Patienten möglichst wenig zu belasten, die Autonomie des Patienten zu erhalten und die Genesung zu beschleunigen.

Die Hauptbestandteile dieser Programme sind

  • Die optimale Information, Schulung und Vorbereitung des Patienten
  • Die minimalinvasive möglichst wenig belastende Operation
  • Eine optimierte kombinierte (mutimodale) Schmerztherapie
  • Eine intensivierte Rehabilitation und Physiotherapie

Insbesondere in unserem Haus geht es nicht darum Sie schneller zu entlassen, sondern den Krankenhausaufenthalt so angenehm und effektiv wie möglich für Sie und Ihre Gesundheit zu gestalten.

Sehr gerne können Sie bei uns auch über die „normale Verweildauer“ hinaus die Vorzüge unserer hervorragenden Stationspflege, unseres Rehabilitationsteams und der „Rundum-Sorglos Versorgung“ in der ATOS Klinik in Anspruch nehmen.

Patientenzimmer in der ATOS Klinik Heidelberg

Wichtige Maßnahmen vor, während und nach der Gelenkersatzoperation

Im Folgenden möchte ich Ihnen einen ungefähren Ablaufplan für die wichtigsten Maßnahmen bei der Durchführung eines künstlichen Kniegelenkersatzes an die Hand geben. Je nach Alter, Gesundheitszustand des Patienten und Operationsablauf sind Abweichungen von diesem Zeitplan möglich:

Ablaufplan Ihrer stationären Behandlung

  • Wochen vor der Operation
    • Ärztliche Untersuchung sowie Indikations- und Informationsgespräch
    • Planungsröntgenbilder, Laborkontrolle, ggf. weitere apparative Diagnostik
    • Überprüfung der Operationsfähigkeit durch den Hausarzt und / oder Internist im CheckUp mit der Einstellung möglicher Begleiterkrankungen bzw. Medikamenten-Anpassung
    • Planung der Operation durch den Operateur
  • Tage vor der Operation
    • Einchecken in der Klinik, Bezug des Zimmers
    • Aufklärungsgespräch
    • Narkosegespräch
  • Am Operationstag
    • Nüchtern bleiben (kein Rauchen, keine Nahrungsaufnahme)
    • Antibiotikaschutz
    • Mehrfache Kontrolle des Blutverlustes, eine Gabe von Blutkonserven ist in aller Regel nicht notwendig
    • Mehrfache Kontrolle der Schmerzsituation
    • Post-operative Überwachung (Aufwachraum, Überwachungszimmer oder Station)
    • Aufstehen aus dem Bett in aller Regel unter Vollbelastung mit dem Operateur
    • Medikamentöse Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thrombose, Embolie)
  • Tag nach der Operation
    • Physiotherapeutische Behandlung mit Aufstehen aus dem Bett
    • Bestätigung des Reha-Antrags durch die OP-Koordination
    • Erster Verbandswechsel / Drainagen werden in der Regel keine eingelegt
  • Ab dem 2. Tag nach der Operation
    • Physiotherapeutische Behandlung
    • Gangschule mit Hilfsmitteln und Physiotherapeuten/in
    • Selbständiges Aufstehen und Gehen auf Stationsebene
    • Treppensteigen mit Physiotherapeuten/in
    • Röntgenkontrolle
  • 5-10. Tag nach Operation bzw. nach Erreichen der Entlassungskriterien
    • Entlassungsgespräch
    • Überprüfung der Hilfsmittelversorgung und Dokumente
    • Entlassung nach Hause oder Direktverlegung in die Reha-Klinik
Patientenzimmer in der ATOS Klinik Heidelberg
Bevor Sie Ihre Lebensqualität dauerhaft einschränken sollten Sie sich bezüglich der Arthrose-Therapieoptionen beraten lassen

Vorsichtsmaßnahmen für Prothesenträger: Auf was ist mit dem Kunstgelenk zu achten?

Folgende allgemeine Hinweise für den Alltag mit Ihrem Kunstgelenk möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben:

So erhöht sich Ihre Sicherheit mit dem Kunstgelenk

  • Wählen Sie Sportarten, die wenig Verletzungsrisiko, Gewichts- und Stoßbelastung für das betroffene Gelenk verursachen (z. B. Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf, Fitnesstraining, etc.)
  • Optimieren Sie Ihr Körpergewicht: Als Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts kann der „Body Mass Index (BMI)“ errechnet werden: BMI = Körpergewicht (in Kilogramm) / (Körpergröße x Körpergröße) (in Metern). Der Wert sollte beim Erwachsenen 30 kg/m2 (leichtes Übergewicht) nicht überschreiten
  • Vermeiden Sie dynamische Maximalbelastungen (Stöße, Sprünge, Verdrehungen), körperlich einseitige Belastung (z. B. übermäßig langes Stehen und Gehen), das andauernde Heben und Tragen von schweren Lasten sowie sturzgefährdete Tätigkeiten
  • Bitte beachten Sie, dass alle offenen Stellen, Wunden (auch bei operativen Eingriffen) und Entzündungen im Körper zu Prothesenentzündung und -vereiterung (periprothetische Infektionen) führen können (z.B. eitrige Zähne oder Zehennägel, Geschwüre an den Beinen). Entsprechende Erkrankungen sollten rasch und ggf. unter Verwendung eines Antibiotikums behandelt werden, um eine Verbreitung von Bakterien über die Blutbahn zu vermeiden. Häufige „Streuherde“ sind: Zähne, Haut, HNO-Region, Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Harnwege
  • Eine regelmäßige Körperhygiene, Haut- und Fußpflege ist von großer Bedeutung
  • Bei hoher beruflicher Belastung sind entsprechende Unterstützungsmaßnahmen erforderlich – wir beraten Sie gerne!
  • Achten Sie in hohem Alter darauf, mögliche Stolperstellen (Türschwellen, Teppichkanten, etc.) in Ihrem Haus und Umfeld zu reduzieren

Professor Bitsch, was sind Ihre Tipps für mich und die anstehende Operation?

Tipps für die anstehende Operation

  • Sie sind ein aktiver Partner, der die Behandlung mitgestaltet! Übernehmen Sie entsprechend Verantwortung für Ihre Gesundheit
  • Schieben Sie die Operation nicht zu lange auf, ein bestehendes Defizit an Kraft und Beweglichkeit muss auch mit dem Kunstgelenk erst mühsam wieder erarbeitet werden. Eine starke Abweichung der Beinachse und Bandinstabilitäten machen die Operation anspruchsvoller und eventuell eine stabilere größere Prothese notwendig.
  • Sanieren Sie mögliche Entzündungsherde rechtzeitig vor der Operation (Zähne, Haut, HNO-Region, Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Harnwege)
  • Machen Sie einen Check-Up bei Ihrem Hausarzt oder Internisten mit möglichst aktueller Laborkontrolle inklusive der Entzündungswerte
  • Bringen Sie alle aktuellen medizinischen Unterlagen und Röntgenbilder bei Ihren Besuchen mit
  • Berichten Sie aktiv über die Medikamente die Sie einnehmen, Allergien und Unverträglichkeiten
  • Berichten Sie aktiv über Auffälligkeiten bezüglich Ihrer Blutgerinnung mit Blutungs- oder Thromboseneigung
  • Wählen Sie ein bewährtes Implantat, fragen Sie nach den Standzeiten in den Registern
  • Wählen Sie einen erfahrenen Operateur, fragen Sie nach der Operationshäufigkeit
  • Achten Sie darauf, dass wenn möglich eine Teilprothese oder möglichst wenig gekoppelte Knieprothese verwendet wird und möglichst viel Ihrer natürlichen Gelenkfunktionen erhalten bleiben
  • Achten Sie auf Erfahrungen mit bandgeführten Operationstechniken
  • Achten Sie auf ausreichend Personal und ein angenehmes Umfeld bei Ihrer Behandlung
  • Erneuern Sie ggf. am Operationstag die Markierung des Gelenks nach der Körperpflege
  • Lassen Sie sich in den ersten Tagen nach der Operation ausreichend mit Schmerzmittel versorgen
  • Halten Sie sich an die Ratschläge des Fachpersonals und geben Sie aktiv Rückmeldung
  • Lassen Sie sich in der anschließenden Rehabilitationsmaßnahme nicht ausbremsen, das Bewegungs- und Funktionsausmaß sollte kontinuierlich in Ihrem individuellen Tempo gesteigert werden
  • Beachten Sie die lebenslangen Vorsichtsmaßnahmen für Prothesenträger 
  • Bleiben Sie aktiv und nutzen Sie die Möglichkeiten durch Ihr Kunstgelenk
  • Kommen Sie zu mir, in das Deutsche Gelenkzentrum in der ATOS Klinik Heidelberg dann bin ich sicher, dass alle beschriebenen Punkte befolgt werden!

Professor Rudi Georg Bitsch Ihr Hüft- und Kniespezialist im Deutschen Gelenkzentrum der ATOS-Klinik Heidelberg

Professor Rudi Georg Bitsch Ihr Hüft- und Kniespezialist im Deutschen Gelenkzentrum der ATOS-Klinik Heidelberg
Professor Rudi Georg Bitsch Ihr Hüft- und Kniespezialist im Deutschen Gelenkzentrum der ATOS-Klinik Heidelberg

Professor Bitsch berät Sie gerne persönlich

Haben Sie individuelle Fragen und möchten diese in einem persönlichen Gespräch klären? Unsere Praxis, das Deutsche Gelenkzentrum, finden Sie innerhalb der ATOS Klinik in Heidelberg. Dort stehe ich Ihnen sehr gerne zu einer ausführlichen Beratung zur Verfügung.

Rufen Sie einfach an oder schicken Sie uns eine E-Mail:

Tel.: 06221 983-180
Fax: 06221 983-189
gelenkzentrum@atos.de

Zurück zur Hauptseite