Ihr Spezialist für Hüfte und Knie

Das Fachgebiet der Hüft- und Knieoperationen hat mich schon immer fasziniert. Bereits bei meiner ersten Assistentenstelle 1981 in der BG-Unfallklinik Ludwigshafen kam ich erstmals in Kontakt mit der damals standardmäßig zementierten Hüftendoprothetik und den Anfängen der zementfreien Implantation. Nach meinem Wechsel an die Orthopädische Universitätsklinik Mannheim 1983 erhielt ich bei Herrn Prof. Jani eine fundierte operative Ausbildung in der Implantation von Hüft- und Knieendoprothesen. Auch der Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Tätigkeit lag auf der Entwicklung und Testung von Hüft- und Knieprothesen. 2004 habe ich den Wechsel in die ATOS-Klinik Heidelberg als Partner von Prof. Habermeyer genutzt, um mich ausschließlich auf das Spezialgebiet Hüft- und Knieendoprothetik zu fokussieren.

Meine Maxime ist, meine Patienten so zu beraten, zu behandeln und bei gesicherter Indikation zu operieren, wie ich selbst auch behandelt oder operiert werden wollte.

Leistungsspektrum

Meine Spezialisierung ist ausgerichtet auf die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen und Verschleißerscheinungen des Hüft- und Kniegelenks.

Der operative Schwerpunkt liegt zum einen auf der Hüft- und Knieendoprothetik bei Hüft- und Knieprothesen. Ich verfüge über umfangreiche Erfahrung bei der endoprothetischen Versorgung von Dysplasie-Coxarthrosen und nach Voroperationen wie Umstellungsosteotomien und Beckenosteotomien.

Diese langjährige operative Erfahrung, eine sorgfältige und schonende Operationstechnik und die Auswahl technisch optimaler und bewährter Prothesen in Kombination mit einer differenzierten Nachbehandlung sind die Grundlage meiner sehr geringen Komplikations- und Infektionsrate.

Seit Beginn meiner Tätigkeit in der ATOS-Klinik 2004 musste ich bei keinem meiner Patienten eine Reoperation wegen einer chirurgischen Nachblutung, der Luxation einer Hüft-TEP oder einer Frühlockerung eines zementfreien Hüftschaftes durchführen. Lediglich bei 2 Patienten kam es zu einem Infekt einer Hüft-TEP.

 

Hüftendoprothetik

Standardmäßig implantiere ich über einen anterolateralen minimalinvasiven, muskelschonenden Zugang eine zementfreie Hüftpfanne in Kombination mit einem zementfreien Hüftschaft eines führenden Herstellers.

Die hemisphärisch R3-Press-Fit-Pfanne der Firma Smith and Nephew hat eine grobe poröse Titanoberfläche, die eine hohe Primärstabilität und ein stabiles knöchernes Einwachsen des Implantat gewährleistet. Als modularen Pfanneneinsätze können hochvernetztes Polyäthylen oder Biolox-Delta-Keramik-Inlays gewählt werden. Ich bevorzuge das Keramik-Inlay, das als einziges Keramikinlay am Markt mit einem Titanring eingefasst ist und somit die gefürchteten Keramikkantenbrüche auch bei minimlen Verkantungen ausschließt.

Bild Hüftpfanne R3: Zementfreie R3 Hüftpfanne aus Titan mit rauher und poröser Titanplasmaspray-Oberfläche. Biolox-Delta-Keramik-Pfanneneinsatz, eingefasst mit einem Titanring zur Sicherung gegen Kantenabbrüche.

 

Der POLAR-Hüftschaft ist etwas kürzer als andere Normalschäfte, durch seine abgeschrägte Prothesenschulter ermöglicht er eine im Bereich des Trochanter major knochensparende und muskelschonende Implantation. Die Schaftoberfläche ist mit Titanplasmaspray und zusätzlich mit Hydroxylapatit beschichtet. In Verbindung mit der Geometrie des Hüftschaftes wird dadurch eine hohe Stabilität direkt nach der Implantation und ein schnelleres knöchernes Einwachsen erreicht.

Der POLAR-Hüftschaft steht mit 3 CCD-Winkeln von 125°, 135° und 145° zur Verfügung und erlaubt damit eine sichere, anatomische korrekte Rekonstruktion des verschlissenen Hüftgelenks bezüglich Beinlänge und seitlichem Abstand. Künstliche Hüftkopfe aus der Biolox-Delta-Keramik ergeben die abriebärmste Keramik-Keramik Gleitpaarung. Alternativ ist die Gleitpaarung Oxinium-Hüftkopf gegen hochvernetztes Polyäthylen möglich.

Bild POLAR-Hüftschaft: Zementfreier POLAR-Hüftschaft mit einer Titanplasmaspray- und zusätzlicher Hydroxylapatitbeschichtung für eine optimale und schnelle knöcherne Einheilung. R3 Hüftpfanne mit Biolox-Delta- Keramik-Inlay. 

Von diesem Prothesenmodel ist nach heutigem Kenntnisstand eine Lebensdauer von 25-30 Jahren zu erwarten.

Problematische geometrische Verhältnisse, z.B. nach Umstellungs-Osteotomien, können eine Indikation für eine der Kurzschaftprothesen sein, die sich mittelfristig bewährt haben.

Röntgenbild einer Kurzschaftprothese bei vorbestehender Hüftdysplasie und deformiertem körpernahem Oberschenkelknochen nach einer Umstellungsoperation.

Die Mobilisierung der Patienten ab dem ersten Tag erfolgt mit zwei Unterarmgehstützen bei voller Belastung des operierten Beines. Lediglich bei einer höhergradigen Osteoporose empfehle ich vorsichtshalber eine initiale kurzfristige Teilbelastung, um eine Frühlockerung des Hüftschaftes sicher zu vermeiden.

Andere operative Zugänge zum Hüftgelenk, insbesondere der von einem kleineren Implantathersteller intensiv beworben vordere AMIS-Zugang, ergeben aus meiner Sicht keinen der behaupteten Vorteile für die Patienten. Die bei diesem OP-Verfahren propagierte interoperative Extension des Beines mit dabei möglichen Druckschäden der Haut, die größere Nähe dieses operativen Zugangs zu dem das Bein versorgenden Gefäß-Nervenbündel in der Leistenbeuge und die höhere Gefährdung eines sensiblen Hautnerven für den körpernahen Oberschenkel sind kritisch zu bedenken.

 

Revisionsendoprothetik Hüfte

Wechseloperationen nach H-TEPs werden nach Pfannenlockerungen, Schaftlockerungen, kombinierten Lockerungen oder als Traumafolge bei periprothetischen Frakturen nach zementierten oder zementfreien primären Prothesen erforderlich. Zum Einsatz kommen bei Pfannenlockerungen in der Regel spezielle Revisionspfannen, die eine zusätzliche Verankerung durch Knochenschrauben ermöglichen.

Röntgenbild zementfreier Revisionshüftpfannen mit zusätzlicher Verankerung durch Knochenschrauben.

Defekte des Pfannenlagers werden wenn möglich knöchern rekonstruiert. Bei Bedarf stehen poröse Titanblöcke oder auch ovaläre Pfannenformen zur Verfügung. Bei Schaftlockerungen stehen heute zementfreie Revisionsschäfte im Vordergrund. Modulare zementfreie Wechselschäfte werden jeweils individuell aus einer für den Patienten passenden distalen Komponente mit verschiedener Länge und Durchmesser und einer passenden proximalen Komponente zusammengesetzt. Bei periprothetischen Frakturen ist ein zusätzliche Osteosynthese z. B. durch Draht- oder Titanbandcerclagen erforderlich.

Röntgenbild eines zementfreien, modularen Hüftwechsel-Schaftes nach periprothetischer Fraktur und Osteosynthese durch Titan-Cerclagen.

 

Knieendoprothetik

Abhängig von der Lokalisation und dem Ausmaß der Kniegelenksarthrose, der eingetretenen Beinachsendeformität, der Kapselbandinstabilität und der Bewegungseinschränkung kommen verschiedene Prothesentypen zur Anwendung.

Die Femurkomponente der von mir implantierten Prothesentypen des Herstellers Smith and Nephew bestehen jeweils aus Oxinium. Die Oberfläche dieser Oxiniumkomponenten weist gegenüber einer hochpolierten Kobalt-Chrom-Komponente eine bessere Oberflächengüte auf. Dies führt in Kombination mit der hochvernetzten Polyäthylenlauffläche zu einem geringeren Abrieb des Polyäthylens und damit zu einer längeren Lebensdauer der Knieprothese.

Kniegelenksprothese mit einer Femurkomponente aus Oxinium. Die extrem glatte Oberfläche verursacht nur einen minimalen Verschleiß der PE-Lauffläche und ermöglicht dadurch eine sehr lange Haltbarkeit der Prothese.

 

Eine mediale oder laterale Schlittenprothese kommt bei ganz überwiegend innen- oder außenseitigem Verschleiß des Kniegelenks zum Einsatz.

Knieteilgelenksprothese (Schlittenprothese) ebenfalls mit einer Femurkomponente aus Oxinium.

 

Röntgenbild einer medialen Schlittenprothese.

Voraussetzungen für die Implantation einer Teilprothese sind weitgehend intakte Verhältnisse der Knorpelbeläge in den übrigen Gelenkabschnitten und des gegenseitigen Meniskus sowie ein funktionsfähiges vorderes Kreuzband. Die Implantation einer Schlittenprothese erfolgt über einen minimalinvasiven Zugang. Die Rehabilitation nach einer Schlittenprothese ist kürzer als nach einer K-TEP.

 

Eine Knie-TEP oder Oberflächenersatzprothese ist erforderlich, wenn hochgradige Verschleißerscheinungen im inneren und äußeren Kniegelenksbereich sowie zwischen Kniescheibe und Kniescheibengleitlager vorliegen. Eine X- oder O-Beinfehlstellung wird durch die OP korrigiert, die Kapselbandführung wird balanciert und stabilisiert. Die Komponenten einer Oberflächenersatzprothese sind mechanisch nicht verbunden, die Stabilisierung des Kniegelenks erfolgt durch den funktionell wieder normalisierten Kapselbandapparat und die Muskelführung.

Röntgenbild einer zementierten Kniegelenksprothese (Oberflächenersatzprothese).

Eine teilgekoppelte oder gekoppelte Knie-TEP wird bei hochgradigen Beinachsenfehlstellungen mit den damit verbundenen schweren Bandinstabilitäten implantiert, um die Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen. In diesen Fällen ist häufig eine zusätzliche Verankerung über Stiele im Ober- und Unterschenkelknochen erforderlich.

Röntgenbild einer teilgekoppelten K-TEP bei vorbestehender ausgeprägter Beinachsendeformität mit zusätzlicher zementfreier Stielverankerung der Tibiakomponente.

 

Revisionsendoprothetik Knie

Wechseloperationen nach Schlittenprothesen werden nach Komponentenlockerung oder neu aufgetretenen schweren Verschleißerscheinungen im gegenseitigen Gelenkabschnitt erforderlich. Meist ist die Wechseloperation auf eine komplette Oberflächenersatzprothese indiziert.

Wechseloperationen einer K-TEP werden nach der Lockerung einer Komponente oder der Femur- und Tibiakomponente erforderlich. Diese Komponentenlockerungen sind häufig mit Knochendefekten verbunden. In diesen Fällen ist je nach Defektgröße eine Rekonstruktion der Knochendefekte durch metallische wedges und eine zusätzliche Stabilisierung durch zementfreie oder zementierte Stiele erforderlich.

Röntgenbild nach K-TEP-Wechsel wegen einer Prothesenlockerung. Femur- und Tibiakomponente sind durch zementfreie Stiele im Ober-bzw. Unterschenkelknochen zusätzlich verankert.

 

Vita

1981-1983
Assistenzarzt BG-Unfallklinik Ludwigshafen
Chefarzt Dr. Arens

24.02.1982
Promotion

1984-1987
Assistenzarzt Orthopädische Uniklinik Mannheim
Prof. Dr. med. Lutz Jani

15.05.1987
Facharzt für Orthopädie

01.10.1987
Oberarzt der Orthopädischen Uniklinik Mannheim

1990
Zusatzbezeichnung Sportmedizin

1993
Zusatzbezeichnung Physikalische Therapie

1996
Fakultative Weiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie

02.06.1999
Habilitation: „Entwicklung einer laserstrukturierten Oberfläche zur zementfreien Implantation von Hüftpfannen“

2000
Teilgebiet Rheumatologie

ab 2000
Ltd. Oberarzt der Orthopädischen Uniklinik Mannheim

ab 2004
ATOS-Praxisklinik Heidelberg
Praxisgemeinschaft mit Prof. Dr. med. habil. P. Habermeyer, Dr. med. S. Lichtenberg,
Prof. Dr. med. M. Loew, Prof. Dr. med. H. Schmitt und Frau Dr. med. P. Magosch

2007
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Publikationen/Veröffentlichungen

  • Klinische Studien zur Hüft- und Knieendoprothetik
  • Entwicklung und experimentelle Testung von Hüft-
    und Knieimplataten
  • Experimentelle Studien zum biologischen Einwachsverhalten
    von Prothesenwerkstoffen und -oberflächen
  • Experimentelle Studien zum Abriebverhalten von Gleitpaarungen
    in der Endoprothetik
  • Mitinhaber von zwei Patenten im Bereich Hüftendoprothetik
  • Medizinischer Autor bzw. Co-Autor von Hüft- und Knieimplantaten

Mitgliedschaften in Fachgesellschaften

  • DGOOC Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  • EHS European Hip Society
  • Vereinigung Süddeutscher Orthopäden e.V.
  • Mitglied des Lehrkörpers der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg